Behind Bars: Cape Collins, Stuttgart

Einblick in die Bar Cape Collins in Stuttgart

Behind Bars im Cape Collins in Stuttgart

Mitten in Stuttgart geht es ab sofort weltraumhaft zu: Bastian Sommer hat den Café-Bar-Club „Cape Collins“ eröffnet – und wir haben uns dieses besondere Konzept mal genauer angeschaut.

Wer war der erste Mensch auf dem Mond? Okay, zu einfach. Der zweite? Buzz Aldrin. Aber wie hieß der dritte Astronaut, der in der Apollo-11-Kapsel bleiben und um unseren Trabanten kreisen musste, während die anderen beiden über dessen Oberfläche hüpften? Er heißt Michael Collins, und auch, wenn er nicht auf den Mond durfte, so ist er dafür der erste Mensch, der zwei Außenbord-Einsätze hatte und auch der erste, der sich in der Schwerelosigkeit von einem Raumfahrzeug zu einem anderen bewegt hat. Auch nicht schlecht.

Einen Tom Collins auf Michael Collins
Findet auch Bastian Sommer und hat seine neue Gastronomie nach dem US-Raumfahrer benannt. Und nach dem Ort, von dem die amerikanischen Raummissionen starten, Cape Canaveral – zusammen: „Cape Collins“. Tagsüber „Cape“-Café mit frischem Mittagstisch (Dienstags gibt‘s Dim Sum, Donnerstags Ceviche), Kaffeespezialitäten aus eigener Röstung, kaltgepressten Säften und Craft-Bier. Abends „Collins“-Bar, in der gerne experimentiert wird: Für die „Space Class Cocktails“ arbeitet sein Team mit Zutaten, die Raumfahrer sicher gerne mit Blick auf den blauen Planeten genießen würden, statt an ihren Vakuum-Getränken zu nuckeln: Drinks mit selbstgebrauten Sirups, extrahierten Kräutern oder Eingelegtem werden über den Tresen geschickt, und wenn sich das Bar-Team so richtig eingespielt hat, will man auch exklusive Verkostungen mit seinen besonderen Kreationen anbieten. Schon jetzt offeriert man, der Name legt es ja auch denkbar nahe, gleich eine ganze Reihe von Variationen des Cocktail-Klassikers Tom Collins. Für Longdrinks kommt Thomas Henry vielfach zum Einsatz: Unser Ultimate Grapefruit wird unter anderem als Filler für die „Paloma“ mit Tequila und Limette verwendet, auch fehlen ein „Dark‘n‘Stormy“ oder ein „London Buck“ mit Thomas Henry Spicy Ginger nicht.

Vinyl-Sound im schwingungsfreien Club

Sommer hat es mit dem Fliegen. Vor dem „Cape Collins“ hatte er sich mit dem „Bravo Charlie“ einen Namen in der Stadt gemacht, das sich im früheren Cityterminal der Lufthansa befand. „Ich brauche immer ein Thema“, erklärt der umtriebige Gastronom, der auch bei der legendären „Suite 212“ seine Finger mit im Spiel hatte. Hier, im Cape Collins, legte es die Architektur nahe: „Das l-förmige Gebäude hat etwas Futuristisches, wie eine Abschussrampe“, sagt er. Das DJ-Pult sieht aus wie eine Raumkapsel, durch den großen Bildschirm blickt man ins All, es leuchten Molekül-Lampen und mosaikförmig arrangierte Schaumstoff-Elemente an den Wänden sehen nicht nur spacig aus, sondern sorgen auch für Schallschutz: „Der Club ist komplett schwingungsfrei. Eigentlich ist er ein Tonstudio“, sagt Sommer lachend. Hintergrund sind strenge Auflagen der Stadt, um hier am Calwer Platz überhaupt die Regler hochdrehen zu dürfen. Wenn das passiert – von Donnerstag bis Samstag legen DJs auf – kommen aus den Boxen vornehmlich Funk, Soul und Rare Grooves – alles ausschließlich vom Vinyl abgespielt. Bei aller Spaciness: Da ist Sommer ganz „old school“, sagt er.

Aber das passt: Denn sollten jemals Außerirdische die Raumsonde „Voyager“ im interstellaren Raum entdecken, werden sie an Bord Musik der Menschheit finden – auf einer echten Schallplatte aus purem Gold.

Cape Collins
Rothebühlplatz 20a
70173 Stuttgart
Bar – Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag ab 18 Uhr
Café – Öffnungszeiten: ab 9 Uhr

www.capecollins.space