Behind Bars: The Old Jacob, Bonn

Einblick in die Bar The Old Jacob in Bonn

7 Fragen an Sembo Amirpour aus The Old Jacob in Bonn

Denkt man an Bonn, denkt man an die alte Bundesrepublik, an den Rhein, aber an Bars vermutlich nicht. Mit dem „ The Old Jacob “ gibt es in der Ex-Bundeshauptstadt seit Mitte 2016 endlich einen Ort für Barkultur. Wir haben uns mit dem Barchef, Sembo Amirpour, unterhalten.

1. Sembo, warum heißt eure Bar „ The Old Jacob “?
Der Name bezieht sich auf die geschichtliche Architektur der Straße, in der unsere Bar liegt. Das Thema unserer Bar, das viktorianisches Zeitalter, wollten wir im Namen mit aufgreifen und hatten nach längerer Recherche im Stadtarchiv heraus gefunden, dass die Straße von 1869 bis 1978 Jacobstraße hieß. „ The Old Jacob “ bedeutet wortwörtlich übersetzt „ Zum alten Jacob “, was auch unsere regionale Kneipen-DNA in sich trägt, da bis 1972 hier eine Kneipe ansässig war.

2. Wie würdest du die Bar in drei Worten beschreiben?
Klassisch, gemütlich und „dunkelwarm“.

3. Was macht für dich als Bartender eine gute Bar aus, wann fühlst du dich selbst gut aufgehoben?

Wenn ich das Gefühl habe, dass es nicht um den Bartender geht, sondern den Spirit der Bar und ihrer Architektur. Ich fühle mich wohl, wenn ich merke, dass ich angekommen und für kurze Zeit in einer anderen Welt bin.

4. Ihr macht viele Drinks mit frischen und hausgemachten Zutaten. Spielt auch Regionales bei euch eine Rolle?
Im Rheinland hast du viele Möglichkeiten, regional zu experimentieren. In den umliegenden Orten findet man über Spargel, Erdbeeren, Äpfel bis hin zu Rhabarber alles, was das regionale Herz begehrt. Auch ein Blick in den Wald lohnt sich. Da findet man einheimische Botanicals wie Hagebutte oder weiße Melisse, mit denen man tolle Sachen machen kann.

5. Du bist gelernter Designer. Worauf kommt es aus deiner Sicht bei der Gestaltung einer Bar heutzutage an?
Auf das Gefühl. Es kommt darauf an, dass du mit dem ersten Schritt in eine Bar fühlst: Hier bin ich an einem besonderen Ort. Die Magie und Anziehungskraft einer Bar ist unglaublich stark und ich glaube, das wird heutzutage oft verkannt. In Deutschland wurden in den letzten Jahren so viele Bars eröffnet und hochgezogen, jedoch fehlt mir manchmal die Detailverliebtheit, um aus einer Bar eine besondere zu machen. In den meisten Fällen steckt zu viel Zeit in der Barkarte und zu wenig in der Bar selbst.

6. Welchen Drink mit Thomas Henry sollte man unbedingt bei euch probieren?
Während der Rhabarber-Saison definitiv den „Rhubarb Rocket“ mit hausgemachtem Rhabarber-Rum, frischer Bergminze, Vanille-Tonka-Sirup, Limette, getoppt mit Thomas Henry Bitter Lemon.

7. Und welchen Drink trinkst du gerne zum Feierabend?
Ein Schönramer Pils oder einen Negroni, je nachdem wie die Schicht war! (lacht)

Vielen Dank, Sembo!



The Old Jacob
Kesselgasse 1A
53111 Bonn

www.theoldjacob.com