The Wheel of Spirits: Episode Pisco

Pisco

Pisco ist oft immer noch eine der am stärksten unterschätzten Spirituosen in Bars in unseren Breitengraden. Aber langsam hebt auch hier der Vogel ab, vor allem in Verbindung mit peruanischem Essen und die Spezialisten in den Bars wissen genau was sie an Pisco schätzen! Wo genau Pisco eigentlich herkommt, wie er hergestellt wird und warum Pisco nicht gleich Pisco ist, das schauen wir uns jetzt genauer an!

Wenn wir über Pisco sprechen, sprechen wir immer automatisch auch über Chile und Peru, denn Pisco ist das Nationalgetränk beider Nationen!

Zur Zeit der spanischen Kollonialherren musste jeglicher Alkohol welcher zum Export bestimmt war, aus steuerlichen Gründen, über die Hafenstadt Pisco verschifft werden.

Das umfasste peruanische wie auch chilenische Produkte, was dazu führte, dass beide unter dem Namen Pisco bekannt wurden.

Obwohl beides Traubendestillate sind, also Weinbrand und nicht wie oft fälschlischerweise angenommen Trester, unterscheiden sich chilenischer und peruanischer Pisco stark und sind eigentlich 2 komplett unterschiedliche Spirituosen.

Zur Herstellung des peruanischen Pisco wird eine Traubenmaische angesetzt, gefiltert und vergoren. Der Zusatz von Zucker zur Maische ist nicht erlaubt.

Der entstandene Most darf dann genau einmal destilliert werden – zu Pisco der zwischen 38 und 48 Volumenprozent haben muss! Ein nachträgliches herabsetzen der Trinkstärke durch Wasser ist ebenso verboten wie die Zugabe von Aromen und die Lagerung in Holzfässern. Man unterscheidet Peruanischen Pisco in 3 Kategorien:

Pisco Puro“ (Variante aus einer Traubensorte), „Pisco Acholado“ (ein Blend, entweder von der Maische vor der Destillation oder von den Destillaten danach) sowie dem aromatisch intensiven „Mosto Verde“ (frischer Most, bei dem die Gärung unterbrochen wird.)

Bei chilenischem Pisco sind die Regeln anders.
Die Zugabe von Schwefel, Hefe und Zucker zum Most ist erlaubt, die Destillate sind oft doppelt destilliert und dürfen mit Wasser herabgesetzt werden und danach darf chilenischer Pisco bis zu einem Jahr in Holzfässern reifen. Dementsprechend ist seine Farbe häufig dunkler. Die Alkoholstärke bestimmt die vier Gattungen „Regular“ (30-35% Vol.), „Special“ (35-40% Vol.), „Reserve“ (40-43% Vol.) und „Grand Pisco“ (43% und mehr).

Damit ihr Pisco noch ein bisschen besser kennenlernt haben wir für euch 3 Drinks vorbereitet die wir euch in den nächsten Wochen vorstellen.
Den PiSaKu mit Cherry Blossom Tonic, den Pisco Descanso mit Ultimate Grapefruit und den El Demonio mit Ginger Ale.

Ich hoffe euch hat unsere kleine Andenexpedition gefallen und ihr könnt jetzt noch besser Pisco von Pisco unterscheiden!

Ich sage Salut! Bis zum nächsten Mal!
Cheers!

Getextet von Philipp Mogwitz.