The Wheel of Spirits: Episode Tequila

Tequila

Jetzt wird es ernst – wir geben Tequila noch eine Chance! Und bevor ihr denkt – bleibt mir bloß weg mit dem Zeug: Tequila ist
mehr als Salz ablecken, den Shot runterstürzen und in ein Stück Zitrone beißen. Lernt mit uns das kleine 1×1 des Tequilas.

Erstmal sollten wir klären, was der Unterschied zwischen Tequila und Mezcal ist: Tequila ist eine Art des Mezcals und darf ausschließlich aus der blauen Weber-Agave gewonnen werden. Mezcal darf einer Vielzahl von Agavensorten hergestellt werden. Die Agave sieht zwar aus wie ein Kaktus, ist aber keiner.

Fast alle Tequilas kommen aus dem mexikanischen Staat Jalisco. Hier wächst die blaue Weber Agave durchschnittlich 8-9 Jahre lang heran, bevor sie geerntet wird. Somit hat das, was ihr in 3 Sekunden mit verzerrtem Gesicht in euch hineinkippt, mindestens 8 Jahre gebraucht, um
in euer Shotglas zu gelangen. Die Agavenherzen, die ähnlich aussehen, wie eine große Ananas und auch Piñas heißen,werden dann gegart und zermahlen. Der Agavensaft, der dabei entsteht, wird mit Hefe zu Alkohol gegoren. Nach zwei Brenndurchläufen sind die meisten Tequilas dann
schon fertig und gehen als Blanco oder auch Silver auf den Markt. Nach zwei Monaten bis zu einem Jahr Lagerung in Eichenfässern wird der Reposado abgefüllt, nach einem Jahr trägt er die Bezeichnung añejo und alles was über drei Jahre im Fass reift, darf extra añejo genannt
werden.

Im 18. Jahrhundert wurde der Brand aus den Agaven hauptsächlich von Unabhängigkeitskämpfern in Mexiko getrunken. Doch Tequila wurde immer beliebter und bald reichte der Agavenbestand nicht mehr aus, um alle Tequila-Fans weltweit zu versorgen. Deswegen gibt es seit dem auch die Mixtos. Da sind dann nicht 100 % des Zuckers aus der Agave, sondern beinahe die Hälfte aus anderen Pflanzen – zum Beispiel Zuckerrohr.
Deswegen lohnt sich da auf jeden Fall ein genauer Blick auf die Flasche: Heißt es 100 % Agave Tequila, so ist hier wirklich nur Zucker aus der Agave enthalten. Wenn diese Angabe fehlt,haltet ihr keinen reinen Agaven-Tequila in der Hand.

Damit ihr Tequila in Zukunft nicht nur mit Kopfschmerzen am nächsten Morgen verbindet,zeigen wir euch in den nächsten Videos, wie man eine klassische Paloma mit Salz und erfrischender Grapefruit mixt, wie ihr mit Bitter Lemon den Cancún Cooler macht und dass man Tequila auch mit Elderflower Tonic als El Picardo trinken kann.

So. Jetzt wisst ihr, dass Tequila neben Burritos und Guacamole doch zu den guten Dingen zählen, die aus Mexico kommen und welche Arbeit in einer Flasche steckt. Olé und bis zum nächsten Mal! Cheers!

Getextet von Philipp Mogwitz.