Behind Bars: Das Schwarze Schaf, Bamberg

Das Schwarze Schaf

9 Fragen an Sven Goller

Im schönen Bamberg kann man nicht nur ausgezeichnet essen und Bier trinken, sondern auch Cocktails genießen. Denn trotz seiner nur 70.000 Einwohner hat sich hier in den letzten Jahren eine höchst vitale, überregional bekannte Barszene entwickelt. Nachdem wir bereits zu Gast in der Ostbar waren, nehmen wir dieses Mal im Das Schwarze Schaf Platz. In der Bar mit dem Charme einer Studentenkneipe mixen Sven Goller und sein Team exzellente Drinks.

1. Sven, deine Bar in drei Worten?
Ausgefallen, improvisiert, Wohnzimmer.

2. Warum improvisiert?
Man sieht es ja, wie improvisiert hier der Tresen gebaut ist (der sich als umgebauter IKEA-Tisch entpuppt, Anm. d. Red.). Wir versuchen, auf kleinem Platz das Größtmögliche zu machen

3. Auch Bamberg ist recht klein, dennoch gibt es hier viele schöne Bars. Wie funktioniert das?
Als wir 2012 anfingen, gab es noch nichts. Wenn einer anfängt, andere nachziehen und sich die Leute daran gewöhnen, dass es gute Drinks gibt, man ihnen etwas anderes bietet, als sie gewohnt sind, dann kann man sehr weit kommen. Die Stadt ist ja generell sehr offen für Essen und Trinken, es gibt Brauereien, Bäckereien, Gärtnereien … es ist alles recht günstig, aber hat gute Qualität.

4. Da muss man als Bar gut rechnen.
Das stimmt. Die Leute sind nicht ängstlich und probieren gerne aus – wir haben viele Tequila-Cocktails auf der neuen Karte, die alle gut funktionieren –, aber wir müssen mit den meisten Drinks zwischen acht und neun Euro bleiben.

5. Was sollte man probieren?
Unser Signature Cocktail ist der „Smoke Upon the Hills“. Er sieht aus wie ein Bier und ist Bamberg im Glas: Rauchiger Whisky, Urbock von Schlenkerla und Rauchbier von Spezial (zwei Bamberger Brauereien, Anm. d. Red.), Apfelsaft von Streuobstwiesen, Bamberger Siebenhügeltropfen, ein Kräuterlikör, Aquafaba-Schaum und Bamberger Süßholz – dafür ist die Stadt bis zum 18. Jahrhundert europaweit sehr bekannt gewesen. Es wird jetzt wieder hier angebaut.

6. Und welchen Drink mit Thomas Henry empfiehlst du?
Ich empfehle zwei: den „Wake Up Call“ mit Rum aus Guatemala, Fernet Branca, Vanillesirup und Thomas Henry Coffee Tonic. Und den alkoholfreien „Dry & Wonder“ mit aromatischer Teemischung, Hibiskus, Brombeere und Thomas Henry Slim Tonic.

Wake Up Call
Foto Credit: Andreas Birk

7. Du bist ja viel unterwegs und nimmst an Wettbewerben teil. Dadurch siehst du viele Bars, was zeichnet eine gute für dich aus?
Ich würde es gar nicht auf einen optischen Stil begrenzen. Wir haben es ja sehr hell, bunt und quietschig hier, mir gefallen aber auch dunkle Bars. Die Bar Zentral in Berlin mit ihrem langen Tresen ist so eine Bar, in die ich gerne gehe, zum Beispiel.

8. Du machst ja neben der Bar immer noch Schulungen und Events mit dem „Institute for Cocktail Technique“.
Ja, auch wenn die Zeit dafür knapper geworden ist. Die Tastings finden meist von Oktober bis April statt: Craft Beer und Whisky, Gin, Mezcal und Tequila … ungefähr einmal im Monat.

9. Was trinkt Sven Goller, wenn er Feierabend hat?
Ein Bamberger Bier!

Vielen Dank, Sven!



Das Schwarze Schaf
Schranne 7
96049 Bamberg
www.facebook.com/bamberg.dasschwarzeschaf